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Quarz- oder Glasküvetten: Welche sollten Sie verwenden?

Die mit Abstand häufigste Küvettenfrage, die wir täglich beantworten. Hier der praxisnahe Vergleich ohne Schnörkel — Transmissionsbereich, Preis, Haltbarkeit und genau, wann Glas ausreicht (und wann nicht).

1. Die kurze Antwort

  • Messen Sie unterhalb von 320 nm (UV)? → Sie benötigen Quarzglas. Glas blockiert UV-Licht.
  • Nur sichtbare Wellenlängen (400–700 nm)? → Glas funktioniert und kostet nur einen Bruchteil von Quarz.
  • Nicht sicher? → Der Wellenlängenbereich Ihrer Methoden entscheidet. DNA/RNA bei 260 nm, Proteine bei 280 nm und die meisten pharmazeutischen Assays liegen alle unter 320 nm — deshalb landen die meisten Labore bei Quarz.
EigenschaftQuarzglas (JGS1/JGS2)Optisches Glas (K9 / Borosilikat)
Transmissionsbereich190 – 2500 nm320 – 2500 nm
UV-Grenze (Cut-off)~170 nm (JGS1)~320 nm
Am besten geeignet fürDNA/RNA, Proteine, Kinetik, HPLC, UV-VisKolorimetrie im sichtbaren Bereich, Ausbildung
PreisHöherNiedrig
Chemische BeständigkeitAusgezeichnet (außer HF/starke Laugen)Gut

2. Transmissionsbereich: Warum UV alles entscheidet

Die Lichtabsorption folgt dem Transmissionsfenster des Materials. Quarzglas ist transparent von ~190 nm im tiefen UV über den sichtbaren Bereich bis ~2500 nm im nahen Infrarot. Borosilikat- oder optisches Glas (K9) schneidet scharf unterhalb von ~320 nm — unterhalb dessen absorbiert die Küvette selbst das Licht, das Sie messen möchten, und erzeugt flache, aussagelose Messwerte.

Typische Wellenlängen, die Sie zu Quarz zwingen:

  • 260 nm — DNA/RNA-Quantifizierung (Methoden im NanoDrop-Stil)
  • 280 nm — Proteinquantifizierung
  • 230 nm — Peptidbindungen, viele pharmazeutische Methoden
  • 200–220 nm — Fern-UV-Kinetik, Nitrat/Nitrit, viele organische Assays

Wenn Ihr Labor nur Kolorimetrie im sichtbaren Bereich betreibt (z. B. einige Wasserqualitätstests, Chlor, Kupfer), ist Glas eine legitime Kostenersparnis. Entdecken Sie unsere Glasküvetten für diese Arbeitsabläufe.

3. Materialklassen: Es geht nicht nur um „Quarz oder Glas“

Quarz selbst gibt es in verschiedenen Klassen, und wer den Unterschied kennt, vermeidet es, für Leistung zu zahlen, die Sie nicht benötigen — oder Leistung zu verpassen, die Sie brauchen:

KlasseUV-Grenze (Cut-off)Typische Verwendung
JGS1 (Fern-UV-Klasse)~170 nmDNA/Protein, alles unterhalb von 220 nm — unser Standard für 10-mm-Zellen
JGS2 (UV-Klasse)~200 nmRoutine-UV-Vis oberhalb von 200 nm
JGS3 (IR-Klasse)Sichtbar / NIRNahinfrarot-, Hochtemperaturarbeiten
K9 / Borosilikat~320 nmNur Kolorimetrie im sichtbaren Bereich

Wählen Sie für jede biochemische oder pharmazeutische Anwendung die JGS1-Fern-UV-Klasse. Der Aufpreis gegenüber JGS2 ist gering im Vergleich zu den Kosten eines fehlgeschlagenen Assays. Alle unsere Standard- Quarzküvetten mit 10 mm sind standardmäßig JGS1.

4. Wann Glas völlig ausreichend ist

Kaufen Sie Quarz nicht um des Quarzes willen. Glasküvetten sind das richtige Werkzeug, wenn:

  • alle Ihre Wellenlängen über 320 nm liegen (Kolorimetrie im sichtbaren Bereich).
  • Sie unterrichten oder demonstrieren — Bruch ist günstig zu ersetzen.
  • Sie Arbeitsabläufe mit Einwegcharakter und hohem Durchsatz benötigen, bei denen die Kosten im Vordergrund stehen.
  • Sie viele Proben screenen und nur semiquantitative Ergebnisse benötigen.

Unser Glasküvetten-Sortiment umfasst Standard-10-mm-Zellen und Spezialformate für Arbeiten im sichtbaren Bereich.

5. Preis: Der echte Kostenunterschied

Eine Standard-10-mm-Glasküvette kostet vielleicht ein paar Dollar; eine gleichwertige JGS1-Quarzzelle von einem Fabrik-Direktlieferanten kostet typischerweise ein Mehrfaches, und deutsche Markenäquivalente kosten noch einmal deutlich mehr. Die Preislücke hat sich jedoch verringert — Fabrik-Direktquarz von Herstellern wie Scuvette liegt oft 30–70 % unter den Händlerpreisen für dieselbe JGS1-Klasse.

Faustregel: Wenn auch nur eine Methode in Ihrem Labor UV benötigt, standardisieren Sie auf Quarz. Glaszellen werden dann zu einem zweiten Satz für reine Sichtbarbereich-Arbeiten, nicht zum Standard.

6. Haltbarkeit, Reinigung und chemische Beständigkeit

  • Hitzebeständigkeit: Quarz hält hohen Temperaturen stand (Quarzglas bis zu ~1000 °C dauerhaft); Glas erweicht weit früher. Relevant, wenn Zellen autoklaviert oder bei erhöhter Temperatur verwendet werden.
  • Reinigung: beide überstehen die routinemäßige Reinigung mit Säure/Base und Lösungsmitteln. Verwenden Sie niemals Flusssäure auf Quarz — sie ätzt Siliciumdioxid. Auch starke heiße Laugen greifen Quarz mit der Zeit an.
  • Oberflächenqualität: Quarz ist härter und weniger anfällig für feine Kratzer durch routinemäßiges Abwischen, was wichtig ist, da zerkratzte optische Flächen Licht streuen und das Grundlinienrauschen erhöhen.

Siehe unsere Pflegeanleitung für Küvetten für Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu Reinigung und Lagerung.

7. So erkennen Sie, welche Küvette Sie bereits haben

Laborschubladen sind voller unbeschrifteter Zellen. Drei schnelle Prüfungen:

  1. Der UV-Test: Messen Sie die Absorption der leeren Zelle bei 260 nm (Luftreferenz). Quarz zeigt nahezu null; Glas zeigt unterhalb von 320 nm eine große, ansteigende Absorption.
  2. Der Gewichtstest: Quarzzellen fühlen sich spürbar schwerer und dichter an als dieselbe Glaszelle.
  3. Der Markierungstest: Qualitätszellen sind lasermarkiert (z. B. „Q“ oder „10 mm“); Glaszellen sind oft unbeschriftet oder bedruckt.

8. Entscheidungs-Checkliste

  1. Irgendeine Messung unterhalb von 320 nm? → Quarz (JGS1 bei unter 220 nm).
  2. Nur Kolorimetrie im sichtbaren Bereich, kostenkritisch? → Glas ist akzeptabel.
  3. Autoklavieren oder hohe Temperatur? → Quarz.
  4. Langfristige Reproduzierbarkeit (gepaarte Paare)? → Quarz, abgestimmt auf ±0.01 mm.
  5. Fluoreszenz? → Quarzzelle mit 4 Fenstern (Glas-Autofluoreszenz ruiniert die Messung). Fluoreszenzküvetten →
  6. Unsicher bei Ihrem Gerät? → Prüfen Sie unseren vollständigen Kaufratgeber für Quarzküvetten oder senden Sie uns Ihr Modell.
Benötigen Sie eine zweite Meinung? Teilen Sie uns Ihr Gerätemodell und Ihre Messwellenlängen mit — unsere Ingenieure bestätigen in der Regel innerhalb eines Arbeitstages, welche Küvette (Quarz oder Glas und welche Klasse) passt. Scuvette kontaktieren →

Quarz vs. Glas Kübette — Häufig gestellte Fragen

Quarz vs. Glas Kübette — was ist der Hauptunterschied?

Quarz (JGS1-Schmelzquarz) transmitiert 190–2500 nm inklusive Tief-UV; Glas blockt unter etwa 350 nm. Quarz für UV, Glas für sichtbares Licht nutzen. UV-Cutoff erklärt.

Wann muss ich Quarz verwenden?

Jede Messung unter etwa 350 nm (UV A280 Protein/DNA, viele Nukleinsäure- und Peptid-Assays) erfordert Quarz. Proteinquantifizierung.

Ist Glas günstiger als Quarz?

Ja — Glas-Kübetten kosten weniger und eignen sich für sichtbaren Bereich; Quarz lohnt sich, sobald UV involviert ist. Glas-Kübetten.

Kann Glas für Nah-IR genutzt werden?

Standardglas transmitiert bis ins Nah-IR, aber mit höherem Verlust als Quarz; Quarz reicht bis etwa 2500 nm. IR-/Nah-IR-Kübetten.

Sind Kunststoff-Kübetten eine Option?

Einweg-PS/PMMA sind für sichtbare kolorimetrische Assays geeignet, aber nicht für UV und nicht für organische Lösungsmittel. Alle Kübetten.

Kratzt Quarz leichter als Glas?

Schmelzquarz ist chemisch beständig; reinigen Sie sanft ohne Schleifmittel, um die optischen Flächen zu schützen. Reinigungsprotokoll.

Gleiche Größe, austauschbar?

Ja — Quarz- und Glas-Kübetten teilen das 12,5 × 12,5 × 45 mm Format und passen in denselben Halter. Maßtabellen.